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Chicken Road Schweiz

Recht 6 Min. Lesezeit

Spielsperre in der Schweiz: was sie abdeckt und was nicht

Von Reto Ammann, Analyst für Instant Games

Die Spielsperre ist eines der stärksten Schutzinstrumente des Geldspielgesetzes. Wer gesperrt ist, kommt in keine Schweizer Spielbank mehr, weder vor Ort noch online, und auch nicht an die grossen Online-Lotterie- und Wettangebote. Ende 2021 waren in der Schweiz knapp 80’000 Personen gesperrt.

Aber die Sperre hat eine Grenze, die viele erst bemerken, wenn es zu spät ist: Sie gilt nur für Anbieter mit Schweizer Bewilligung. Chicken Road läuft nur bei Casinos mit ausländischer Lizenz, und die erfasst die Sperre nicht. Dieser Artikel handelt von dieser Lücke und davon, wie du sie schliesst.

Auf einen Blick

  • Die Spielsperre gilt in der ganzen Schweiz und seit dem 7. Januar 2025 auch in Liechtenstein: für Spielbanken vor Ort und online sowie für Online-Lotterien und Sportwetten der bewilligten Anbieter.
  • Sie entsteht auf eigenen Wunsch oder wird von der Spielbank verhängt, wenn Hinweise auf Überschuldung oder Spielsucht bestehen.
  • Sie ist grundsätzlich unbefristet, eine Teilsperre nur für Online-Spiele gibt es nicht.
  • Sie greift nicht bei ausländischen Anbietern. Die Lücke schliessen Sperren bei der Bank, Blocker auf dem Gerät und Sperren bei jedem einzelnen Anbieter.

Was die Spielsperre ist

Das Geldspielgesetz verpflichtet Spielbanken und die Anbieter grosser Online-Spiele, Personen vom Spiel auszuschliessen, wenn sie wissen oder annehmen müssen, dass diese überschuldet sind, ihren finanziellen Verpflichtungen nicht nachkommen oder Einsätze tätigen, die in keinem Verhältnis zu Einkommen und Vermögen stehen. Daneben kann sich jede Person selbst sperren lassen.

Die Sperren aller Spielbanken laufen in einem gemeinsamen Register zusammen. Wer in Baden gesperrt ist, kommt auch in Lugano oder bei einem konzessionierten Online-Casino nicht mehr ins Spiel.

Mit dem Start der Online-Casinos 2019 stieg die Zahl der neuen Sperren deutlich: von rund 3’000 bis 3’500 pro Jahr bei den Spielbanken vor Ort auf bis zu 12’000 pro Jahr. Ende 2021 waren laut Bundesrat 79’917 Personen gesperrt, und nur etwa jede zehnte Sperre wird später wieder aufgehoben.

So funktioniert eine Sperre

Selbstsperre. Du beantragst sie bei einer beliebigen Schweizer Spielbank, vor Ort oder über ihr Online-Casino. Dafür brauchst du einen Ausweis, der Antrag ist schnell erledigt.

Sperre durch die Spielbank. Stellt eine Spielbank Anzeichen für Überschuldung oder Spielsucht fest, muss sie sperren. Hinweise können auch von Fachstellen oder Sozialbehörden kommen.

Aufhebung. Eine Sperre ist grundsätzlich unbefristet. Aufheben kann sie nur die Spielbank, die sie verhängt hat, auf deinen Antrag hin. Dafür musst du in der Regel nachweisen, dass der Grund für die Sperre nicht mehr besteht, und eine Fachstelle wird einbezogen.

Keine Teilsperre. Du kannst dich nicht nur online sperren und vor Ort weiterspielen oder umgekehrt. Die Sperre gilt für das ganze System.

Was die Spielsperre abdeckt

  • Alle Schweizer Spielbanken vor Ort.
  • Alle konzessionierten Online-Casinos in der Schweiz.
  • Online-Lotterien und Sportwetten der bewilligten Anbieter mit hohem Risiko.
  • Seit 2025 auch die Spielbanken in Liechtenstein.

Die Abfrage läuft automatisch: Wer ein Konto eröffnet oder ein Casino betritt, wird mit dem Register abgeglichen.

Was die Spielsperre nicht abdeckt

  • Anbieter ohne Schweizer Bewilligung, zum Beispiel mit Lizenz aus Curaçao oder Anjouan. Sie sind nicht an das Register angeschlossen und fragen es nicht ab.
  • Spielangebote, die nicht unter die Sperre fallen, etwa kleine Lotterien oder Gratis-Spiele.

Der erste Punkt ist der, der hier zählt. Chicken Road gibt es nicht bei Schweizer Online-Casinos, sondern nur bei Anbietern mit ausländischer Lizenz, und dort gilt die Spielsperre nicht.

Reichweite der Spielsperre: gesperrt bei Spielbanken, konzessionierten Online-Casinos und grossen Online-Lotteriespielen; nicht erfasst bei Casinos mit Curaçao- oder Anjouan-Lizenz, dazu Werkzeuge gegen die Lücke
Die Spielsperre endet an der Grenze zu den ausländischen Anbietern. Chicken Road liegt auf der anderen Seite

Im Netz findest du Seiten, die mit «Casino ohne Spielsperre» werben, als wäre das ein Vorteil. Für alle, die sich zum Selbstschutz haben sperren lassen, ist es das Gegenteil: genau die Tür, die die Sperre nicht schliessen kann.

Die Spielsperre ist ein Schloss an der Haustür, und es funktioniert gut. Ein Casino aus Curaçao ist aber eine Hintertür, und dafür hat sie kein Schloss. Wer das Schloss braucht, braucht auch eines für die Hintertür.

Reto Ammann · Analyst für Instant Games, Hühnerstrasse Schweiz

So schliesst du die Lücke

Bist du gesperrt oder denkst daran, dann kombiniere die Sperre mit Werkzeugen, die auch bei ausländischen Anbietern wirken.

1. Sperre bei der Bank. Manche Banken und Kartenherausgeber lassen dich Zahlungen an Glücksspielanbieter sperren oder Online-Zahlungen begrenzen. Solche Sperren nutzen den Kategoriecode für Glücksspiel und wirken unabhängig davon, wo das Casino lizenziert ist. Frag deine Bank.

2. Blocker auf dem Gerät. Programme wie Gamban oder BetBlocker sperren den Zugang zu Tausenden Glücksspielseiten auf Handy und Computer, auch zu Seiten ohne Schweizer Bewilligung.

3. Sperre beim einzelnen Anbieter. Hast du schon ein Konto bei einem ausländischen Casino, verlang beim Support die dauerhafte Schliessung und Sperre. Das gilt nur für diesen einen Anbieter, und die Regeln sind verschieden, aber besser als nichts.

4. Mit jemandem reden. Die Helpline von SOS Spielsucht ist gratis, anonym und rund um die Uhr erreichbar: 0800 040 080. Kantonale Fachstellen bieten Beratung und Behandlung, auch für Angehörige.

Die ESBK und die gesperrten Seiten

Die ESBK und die interkantonale Aufsicht Gespa lassen Seiten, die in der Schweiz ohne Bewilligung Geldspiele anbieten, per DNS sperren. Die Liste wird viermal pro Jahr ergänzt und umfasste 2026 laut Branchenberichten über 3’500 Domains.

Eine Netzsperre schützt aber nicht den einzelnen Menschen so wie die Spielsperre: Betreiber wechseln oft die Domain, und eine gesperrte Adresse wird durch eine neue ersetzt. Sie ist ein Werkzeug gegen die Anbieter, keine Sperre für dich.

Wenn du gesperrt bist und an Chicken Road denkst

Dann ist die Antwort einfach: Lass es. Nicht, weil es dir verboten wäre, eine ausländische Seite zu öffnen, sondern weil du bereits entschieden hast, nicht zu spielen, und eine ausländische Seite ein Weg um deine eigene Entscheidung herum ist.

Willst du sehen, wie das Spiel funktioniert, ohne Geld einzusetzen, gibt es die offizielle Demo. Sie verlangt kein Konto, keine Einzahlung und keinen Download.

Häufige Fragen zur Spielsperre

Gilt die Spielsperre bei Casinos mit Lizenz aus Curaçao?

Nein. Die Spielsperre gilt für Schweizer und Liechtensteiner Spielbanken, die konzessionierten Online-Casinos und die grossen Online-Lotterie- und Wettangebote der bewilligten Anbieter. Anbieter mit Lizenz aus Curaçao oder anderen ausländischen Behörden sind nicht an das Register angeschlossen.

Kann ich Chicken Road spielen, wenn ich gesperrt bin?

Technisch greift die Sperre bei den ausländischen Casinos mit dem Spiel nicht. Aber wer gesperrt ist, hat entschieden, nicht zu spielen, und eine ausländische Seite umgeht diese Entscheidung. Nutz Sperren bei der Bank und Blocker auf dem Gerät, um die Lücke zu schliessen.

Wie hebe ich eine Spielsperre wieder auf?

Mit einem Antrag bei der Spielbank, die die Sperre verhängt hat. In der Regel musst du nachweisen, dass der Grund für die Sperre weggefallen ist, und eine Fachstelle wird einbezogen. Eine Sperre läuft nicht von selbst aus.

Kann ich mich nur online sperren lassen?

Nein. Eine Teilsperre gibt es nicht: Die Spielsperre gilt immer für Spielbanken vor Ort und online sowie für die erfassten Online-Lotterien und Wetten.

Was kann ich bei ausländischen Casinos statt der Spielsperre nutzen?

Eine Glücksspiel-Sperre bei Bank oder Karte, Blocker wie Gamban oder BetBlocker und die Sperre direkt bei jedem Anbieter, bei dem du ein Konto hast. Zusammen decken sie viel mehr ab als die Spielsperre allein.

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